Unfallhergang: Kollision mit Mittelleitplanke und Betonmauer
Vermutete Ursache: Sekundenschlaf am Steuer
Folgen: Grosser Fahrzeugschaden, Anzeige und vorläufige Abnahme des Führerausweises auf Probe
Audi schleudert auf dem Aabach-Viadukt gegen Betonmauer
Der Selbstunfall ereignete sich am Sonntag, 25. Oktober 2026, um 0.50 Uhr auf der A1 bei Niederlenz. In Richtung Bern fahrend, verlor der Lenker eines Audi A6 die Kontrolle. Der Wagen prallte auf dem Aabach-Viadukt zunächst gegen die Mittelleitplanke, drehte sich dann schleudernd um die eigene Achse und prallte in die Betonmauer am rechten Rand der Brücke. Demoliert kam der Audi dann mitten auf der Fahrbahn zum Stillstand.
18-jähriger Neulenker verliert Führerausweis auf Probe
Der 18-jährige Unfallverursacher blieb unverletzt. Am Audi entstand hingegen grosser Schaden.
Die Kantonspolizei Aargau geht davon aus, dass der junge Mann am Steuer eingenickt war. Sie verzeigte ihn an die Staatsanwaltschaft und nahm ihm den Führerausweis auf Probe vorläufig ab. Diesen besitzt er erst seit wenigen Wochen.
POLIZEI.NEWS INFORMIERT | SEKUNDENSCHLAF AM STEUER
Nur drei Sekunden weg – auf der Autobahn sind das 100 Meter
Sekundenschlaf bedeutet einen kurzen, ungewollten Schlafmoment. Währenddessen kann die fahrende Person weder auf Hindernisse reagieren noch das Fahrzeug bewusst lenken. Schon wenige Sekunden reichen aus, um auf einer Autobahn eine enorme Strecke unkontrolliert zurückzulegen.
33 m
pro Sekunde bei 120 km/h
100 m
in drei Sekunden bei 120 km/h
15–30
Minuten Schlafpause bei Müdigkeit
Fünf Warnsignale, bei denen Sie die Fahrt unterbrechen sollten
Schwere Augenlider: Die Augen fallen immer wieder zu oder das Sehen wird unscharf.
Häufiges Gähnen: Sie müssen wiederholt gähnen und fühlen sich zunehmend schläfrig.
Konzentration lässt nach: Sie können sich kaum an die letzten gefahrenen Kilometer erinnern oder fixieren den Blick nur noch auf das vorausfahrende Auto.
Ungewollte Spurabweichungen: Sie korrigieren die Lenkung plötzlich oder bemerken, dass Sie die Spur nicht mehr sauber halten.
Verzögerte Reaktionen: Verkehrsschilder, Kurven oder Bremsmanöver anderer Fahrzeuge nehmen Sie erst spät wahr.
Was wirklich gegen Müdigkeit am Steuer hilft
Fahren Sie bei Müdigkeit bei der nächsten sicheren Gelegenheit auf einen Rastplatz und unterbrechen Sie die Fahrt. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) empfiehlt einen kurzen Schlaf von 15 bis maximal 30 Minuten.
Ein geöffnetes Fenster, laute Musik oder kalte Luft machen nicht zuverlässig wach. Auch Kaffee kann Schlaf nicht ersetzen.
Sind Sie nach der Pause weiterhin schläfrig, organisieren Sie eine andere Heimfahrt oder eine Schlafgelegenheit.
Gerade für Neulenker wichtig
Wer den Führerausweis erst seit kurzer Zeit besitzt, sollte längere Nachtfahrten besonders sorgfältig planen. Genügend Schlaf vor der Fahrt, regelmässige Pausen und die Bereitschaft, das Auto bei Müdigkeit stehen zu lassen, sind wichtiger als das Ziel, unbedingt noch nach Hause zu fahren.